Ökologie und Fortpflanzung
Trüffel sind mykorrhizierend, d. h. sie gehen eine Verbindung mit den Wurzeln ihrer Wirtspflanzen ein. In der Regel erfolgt diese Verbindung zum gegenseitigen Nutzen (Symbiose). Die Wirtspflanze erhält Mineralsalze und Wasser, die Trüffel wird mit Photosyntheseprodukten versorgt. Aus diesem Zusammenspiel von Trüffel und Wirtspflanze ergibt sich ihre ökologische Bedeutung.
Ideale Bodenbeschaffenheit und Höhenlage
Ein wichtiger Faktor für das Wachstum von Trüffeln ist der pH-Wert des Bodens. Die meisten Trüffelarten lieben pH-Werte im alkalischen Bereich, zumindest die essbaren. Ideal ist Kalk- oder Lehmboden mit Kieselerde. Auch die Höhe hat ihre Bedeutung: Über 600-700 Metern ist der Trüffel sehr selten.
Wirtspflanzen
Entgegen der Annahme, dass Trüffeln nur unter Eichen oder Haselnuss wachsen, mykorrhizieren die etwa 160 Arten (etwa 50 Gattungen) mit einer Vielzahl von arboretischen verholzenden Gewächsen. Dabei ist es nicht entscheidend, welcher Symbiosepartner zur Verfügung steht, sondern eher die Bodenbeschaffenheit, Belüftung, Sonnenscheindauer sowie viele weitere abiotische und biotische Faktoren. Ebenfalls nur eine populärwissenschaftliche Annahme ist, dass Trüffeln lediglich mit verholzenden Gewächsen mykorrhizieren, denn es sind viele Gräser (Poaceae) und Korbblütler (Asteraceae) bekannt, welche als Symbiosepartner einiger Trüffelgattungen gelten.
Interessant zu Wissen
Dort, wo sich Trüffel mit dem Wurzelgeflecht ihrer Wirtspflanze verbunden haben, entsteht häufig im Umkreis eine vegetationsgeschädigte Zone, auch „verbrannte Erde“ oder franz. Brûlée genannt. Bei uns in der Schweiz ist dies aber praktisch nur beim seltenen Tuber Melanosporum der Fall. Typischerweise bei freistehende Eichen.
Fleur de truffe
Trüffel haben sich vollständig dieser Lebensweise angepasst, so dass sie keine oberirdischen Fruchtkörper mehr bilden (nur selten habe ich Trüffel beobachtet, welche durch die Erdoberfläche gebrochen sind - typischerweise auf Erdhügeln oder an Hängen wo bei starken Niederschlägen auch eine entsprechende Erosion stattfindet).
Trüffel, welche schon von Auge erkennbar sind, also durch die Erdoberfläche herausgewachsen sind, werden als sog. "fleur de truffe" bezeichnet. Sie gelten als Trüffel minderer Qualität und werden von den Hunden häufig gar nicht angezeigt, wahrscheinlich weil sie einfach nicht richtig ausreifen und deshalb auch weniger Geschmack entwicklen.
Verbreitung
Da der Fruchtkörper ja eben unterirdisch wächst und häufig mehr oder weniger extrem eingefaltet ist, können die Sporen nicht einfach nach draussen entlassen werden wie bei der Mehrheit der Pilze üblich. Trüffeln bedienen sich deshalb Tieren zur Verbreitung.
Der starke Geruch wird durch Wildschweine selbst durch den Waldboden hindurch aufgenommen. Nach dem Verzehr werden die unverdaulichen Sporen wieder ausgeschieden. Somit trägt das Wildschwein wesentlich zur Verbreitung des Trüffelpilzes bei. Bei Trüffelsucher sind durch Wildscheine aufgebrochene Waldböden immer ein Hinweis darauf, dass hier möglicherweise Trüffel gefressen wurden und damit zu einem späteren Zeitpunkt gute Chancen bestehen fündig zu werden. Ich selbst suche auch aus diesem Grund das Gespräch mit Jägern und konnte so auch schon ergiebige Plätze finden.
Auch Insekten, etwa die Trüffelfliege, deren Larven in Trüffeln leben oder bestimmte Käferarten werden von Trüffeln angelockt. Deshalb kann auch die Trüffelfliege dem Trüffelsucher bei der Suche behilflich sein. Meiner Meinung eignet sie sich aber v.a. dann, wenn man auch bereits weiss, bei welchem Baum Trüffel zu finden sind. Ich selber habe mit der Fliege noch keinen Trüffel finden können.
Inzwischen ist bei einigen Trüffelarten (Tuber borchii und Tuber oligospermum) auch die asexuelle Vermehrung nachgewiesen worden.
Trüffel sind in der gesamten Welt verbreitet und kommen von Nordengland bis Neuseeland fast überall vor. Die Biologie und Lebenszyklen unterirdischer Pilze (Trüffeln) sind wenig wissenschaftlich erfasst. Die natürliche Trüffelzucht ist aller Annahme zum Trotz ohne Probleme auf dem richtigen Boden möglich. Die weltweit grössten Trüffelproduzenten sind Spanien, Frankreich und Neuseeland.