Trüffelarten

Trüffelarten

Die folgenden Trüffelarten der Gattung Tuber sind als Speisetrüffeln bekannt (fettgedruckte Namen sind Arten, die in der Schweiz als Speisepilze zulässig sind: Verordnung des EDI über Speisepilze und Hefe vom 23.Nov. 2005 (Stand am 1. April 2008), Anhang 1):

  • Tuber aestivum Vitt. — Sommertrüffel (häufig in der Schweiz), März bis September
  • Tuber Borchii — weisslicher Trüffel (= Tuber albidum Pico), ital. "Bianchetto" 
  • Tuber brumale Vitt. — Wintertrüffel (regelmässig, aber nicht häufig in der Schweiz), November bis März
  • Tuber indicum — Die Chinesische Trüffel
  • Tuber magnatum Pico — Weisse Albatrüffel oder (Weisse) Piemont-Trüffel (erste belegte Funde im Raum Genf 2014)
  • Tuber melanosporum Vitt. — Schwarze oder Perigordtrüffel (noch selten in der Schweiz), November bis März
  • Tuber mesentericum Vitt. — Teer-Trüffel, Petrol-Trüffel, Benoli-Trüffel (häufiger Trüffel in der Schweiz), August bis Februar
  • Tuber unicatum Chatin - Burgundertrüffel (häufigster Trüffel in der Schweiz), Juli bis Januar

Zu den Terfezia-Arten mit einer gewissen Bedeutung gehören insbesondere:

  • Terfezia leonis - Löwentrüffel oder Afrikanische Trüffel
  • Terfezia pfeilii Hennings - Kalahari-Trüffel
  • Terfezia boudieri
  • Terfezia claveryi

Ebenfalls (in kleineren Mengen) essbar:

  • Choiromyces maeandriformis - Mäandertrüffel oder Weisse Trüffel

Wirtschaftlich und kulinarisch unbedeutend sind die Pseudotuberaceae und Geneaceae.

Nicht zu den echten Trüffeln gehört der als „mexikanischer Trüffel“ bezeichnete Getreidebrandpilz Ustilago maydis (auch „aztekischer Kaviar“), der Maispflanzen befällt. Er gilt in Zentral- und Südamerika als Delikatesse und wird auch zunehmend in die USA gehandelt. Die Berührung seiner Sporen gilt als ungefährlich. Jedoch soll der Verzehr der trockenen Sporen Fehlgeburten begünstigen.

Systematik

Die Trüffel gehören zu den sog. Schlauchpilzen. Die Schlauchpilze (Ascomycota) bilden eine der grossen Abteilungen im Reich der Pilze. Sie tragen den Namen nach ihren charakteristischen Fortpflanzungsstrukturen, den schlauchförmigen Asci. Viele Hefe- und Schimmelpilze, aber auch essbare Pilze wie die Morchel und Trüffel werden zu dieser Gruppe gezählt.

Schlauchpilze haben eine grosse Bedeutung für den Menschen, da sie einerseits für zahlreiche Krankheiten von Pflanzen, Haustieren und Menschen verantwortlich sind, andererseits aber auch eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Lebensmitteln wie Käse und Brot, Bier und Wein spielen. Auch in der Medizin, wo das von Penicillium chrysogenum produzierte Antibiotikum Penicillin die Bekämpfung von bakteriellen Infektionskrankheiten revolutioniert hat, ist es ein Vertreter der Schlauchpilze, welcher für die Menschheit von unschätzbarem Wert ist.

Schlauchpilze übernehmen als Pilzpartner in Flechten und als so genannte Mykorrhiza-Pilze zudem eine wichtige Stellung in vielen Ökosystemen.

Traditionell und selbst noch bis in die jüngste Zeit hinein (2006) wurden die echten Trüffel als eigene Ordnung, die sog. Tuberales behandelt.

Abteilung: Schlauchpilze (Ascomycota)

   Klasse: Echte Schlauchpilze (Ascomycetes)

       Ordnung: Echte Trüffel (Tuberales)

        Familien:

  • Löchertrüffeln (Pseudotuberaceae)
  • Blasentrüffeln (Geneaceae)
  • Speisetrüffeln (Tuberaceae)
  • Mittelmeertrüffeln (Terfeziaceae)

Aufgrund phylogenetischer Untersuchungen werden die Trüffeln heute als Familie Trüffelartige (Tuberaceae) in die Ordnung Pezizales gestellt.

Schlauchpilze übernehmen zentrale Rollen in den meisten landbasierten Ökosystemen. Sie sind wichtige Zersetzer organischer Materialien wie toter Blätter, Zweige, abgestorbener Bäume etc. und erleichtern zudem Detrivoren, also von organischen Abfallstoffen lebenden Organismen die Aufnahme ihrer Nahrung. Durch das Aufbrechen sonst nur schwer abbaubarer Substanzen wie Zellulose oder Lignin nehmen sie einen wichtigen Platz im Stickstoffkreislauf und Kohlenstoffkreislauf der Natur ein.

Daneben sind Schlauchpilze für ihre zahlreichen symbiotischen Beziehungen zu anderen Lebewesen bekannt.

Trüffel sind zwingend auf das Zusammenleben mit einem Wirtsbaum angewiesen. Dieser wiederum profitiert vom Vorhandensein des Pilzes.



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